Was meinen wir eigentlich, wenn wir von ‚Entwicklung‘ sprechen? Welche historischen und politischen Kontinuitäten prägen Konzept, Diskurs und Praxis bis heute?
Ausgehend von der kolonialen Geschichte globaler Machtverhältnisse wollen wir der Frage nachgehen, inwiefern sich koloniale Denkweisen, Hierarchien und Abhängigkeiten in gegenwärtigen Praxen der Entwicklungszusammenarbeit fortsetzen. Im Zentrum stehen dabei auch die Begriffe ‚Partnerschaft‘ und ‚Solidarität‘: Was bedeutet Partnerschaft unter ungleichen Machtbedingungen? Kann es echte Solidarität geben, wenn Ressourcen, Entscheidungsgewalt und Deutungshoheit ungleich verteilt sind?
Der Vortrag lädt ein, gängige Narrative zu hinterfragen und Alternativen zu diskutieren: Wie kann eine machtkritische, solidarische Partnerschaftsarbeit aussehen? Welche Ansätze gibt es, um Entwicklungszusammenarbeit gerechter, reflexiver und dekolonial zu gestalten? Oder braucht es vielleicht grundlegend andere Konzepte jenseits von ‚Entwicklung‘?
Referentin: Dr. Julia Schöneberg, Politikwissenschaftlerin, Soziologin, Lehrbeauftragte im Fachgebiet Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien, Universität Kassel, DFG-Projekt „Zur Neuerfindung der Entwicklungstheorie“. Sie forscht zu Entwicklungstheorie und -politik, Themen von Nachhaltigkeit und sozial-ökologischen Transformationen, sowie dekolonialen Perspektiven auf Wissen(schaft) und Pädagogik und ist Gründerin der wissenschaftlich-aktivistischen Plattform www.convivialthinking.org.
6.10.2026 18.30-20.00 Uhr online
kein Teilnahmebeitrag
Anmeldung über den Anmeldebutton oder telefonisch: 0621-178570
Eine Kooperation von Team Weltkirche Partnerschaft Eine Welt der Pfarrei St. Sebastian Mannheim, dem Ökumenischen Bildungszentrum sanctclara Mannheim und der „Initiative Demokratie“ der Erzdiözese Freiburg