In Rollenbildern gefangen – wie das Patriarchat auf Männlichkeit wirkt

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Allgemeinbildung & Literatur, Fortbildungen für Lehrer*innen, Online-Veranstaltungen, Persönlichkeit & Kommunikation

  • Donnerstag, 12. März 2026 um 19:00 bis 21:00 Uhr

Was bedeutet Männlichkeit eigentlich? Wie prägen uns Männlichkeitsbilder und die (kulturellen) Anforderungen und Muster dahinter? Und wie kann es männlich und weiblich sozialisierten Menschen gelingen, dass typische Männerrollen hinterfragt werden und damit Verhaltens- und Beziehungsmuster in der kleinen Familie, aber auch in den Institutionen geändert werden?

Ständig präsent, aber wenig besprochen: Männlichkeit ist auch heute noch eine Erfahrung, die zu wenig zum Thema gemacht wird. Was bedeutet Männlichkeit eigentlich? Wann ist ein Mann ein Mann? Wenn er stark und souverän ist? Wenn er nach herben Düften statt nach Kokos oder Blumen riecht? Wenn er der Beschützer und Ernährer ist? Wenn er in der Kindheit Feuerwehrmann werden wollte? Wie prägen uns Männlichkeitsbilder und die (kulturellen) Anforderungen und Muster dahinter?

Ursachen für klassische Bilder zu Männlichkeiten sind wirkmächtige patriarchale Strukturen. Sie blockieren Gleichstellung, Diversität oder sogar den Klimaschutz und können das Fundament für Frauenhass, Gewalt und Rassismus bilden. Gleichzeitig glauben viele Männer, dass Feminismus nichts mit ihnen zu tun hat. Patriarchal geprägte Männlichkeitsbilder haben aber auch Auswirkung auf die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Entwicklung von Männern selbst. So ist zum Beispiel die Suizidrate dreimal so hoch wie bei weiblich sozialisierten Menschen. Das Patriarchat und seine Auswirkungen betrifft uns alle.

An diesem Onlineabend wollen wir uns mit diesen Themen beschäftigen. Wie kann es männlich und weiblich sozialisierten Menschen gelingen, dass typische Männerrollen hinterfragt werden und damit Verhaltens- und Beziehungsmuster in der kleinen Familie, aber auch in den Institutionen geändert werden? Warum fällt es Männern schwerer eigene Privilegien und die strukturelle Ungleichheit in Politik, Wirtschaft, Kultur und auch Kirche zu erkennen? Wie können wir lernen, sprachfähig zu eigenen Verletzungen zu werden?

Dieser Onlineabend ist offen für alle Interessierte und soll einen Raum öffnen für die Frage, warum Feminismus ein Thema ist, das uns alle angeht.

Referent: Flor Fischer

Flor Fischer lebt in Berlin und arbeitet als freier Trainer, Berater und Prozessbegleiter zu Macht- & Diskriminierungskritik, insbesondere zu den Schwerpunkten koloniale Kontinuitäten, Rassismus & Weißsein, Männlichkeit(en) & Geschlechterdiversität sowie Ost-West Diskriminierung im deutschen Kontext. Er ist (Ko)Autor des Buches „Die Kontinuität des Genozids“ zum deutschen Völkermord an den Herero und Nama in Namibia und gestaltet mit ManuEla Ritz den Podcast “grenzenlos. der p.ostcast”.

Zu Männlichkeit(en) erschien mit ihm die Folge „Kritische Männlichkeit“ im Podcast „Stachel und Herz“ und in der Zeitschrift „Willst du mit mir gehen“ vom quix // kollektiv für kritische bildungspraxis die Texte „Weiß und Männlich. Freiwillig? Was Rassismus und Sexismus mit mir zu tun und was sie mit mir gemacht haben“ sowie „Weißsein und Mannsein in der Bildungspraxis“.

Leitung: Eva Zimmermann, Evangelische Frauen in Baden; Dr. Silke-Luca Obenauer, EEB Karlsruhe
Donnerstag, 12.03.2026, 19:00 bis 21:00 Uhr
kostenfrei
Anmeldung: bis 06.03. an EEB Karlsruhe unter Zur Anmeldung

Veranstaltung im Rahmen der Feministischen Aktionswochen Karlsruhe